entnommen aus: Chronik Anton Obser

Hauptsächliche Klangveränderungen der Laute in der Kordeler Mundart der hochdeutschen Sprache gegenüber.

An sich müßte man bei der vergleichenden Darstellung die gesamte Wissenschaft der Lautbildung (Phonetik) heranziehen. Wir wollen uns indessen mit den auffallendsten Abweichungen begnügen uncl beschäftigen.

 

Vokale:

a

Das stirnmhafte, laute a wandelt sich bei seitlicher Zusammenziehung des offenen Mundes in einen dumpfen Rachenlaut o. Aach: Och, brach: broch, Tag: Doch. Anderseits ersetzt ein stimmhaftes a müheloser das von der Zunge und Zäpfchen gebildete r und er. wir: mia, Trier: Triea, Fenster: Finsda, Förster: Fiaschda. a wird auch zu u. Kammer : Kuma, Hammer: Huma, Pfahl : PuI. 


e Wird meist zu i. Esel: Iasel, Ente: Ihnt Fenster: Finsda. Im Doppellaut ei wird e meist getrennt gesprochen und das i stimmlos angehängt leicht: le-icht, reich: re-ich. Das i in ei kann auch ganz verschwinden. Meister: Mesda. i ersetzt oft das u und ü. Uns: ihs, darüber: driwa. Vor allem aber wird es als a gesprochen. Zirnmerrnann : Zammaman, Issel : Assel, Himmerod: Hammad, hinten: hannen. Kann auch zu e werden. Milch: Melich.
o

Ist man zu faul, den Mund genügend zu öffnen, wird aus dem o ein u. Oben: uwen, Ofen: Uwen. Oder man hängt ein stimmloses u an. du: dou.

u behält deshalb meist seinen Klang.

 

Doppellaute:

au laufen: lofen wie Och. saufen: soufen. kaufen: kefen.
äu läuten: lauden, Läuse: Leis, Mäuse: Meis.
eu Scheune: Scheier, Eule: Eil.

 

Konsonanten:

p, b, f, w, m Von den Lippenlauten wird der am weichesten klingende t d wie auch von den Dental-(Zahn-)Lauten gebraucht Drum wird aus dem Teufel : Deiwel, Tag : Doch.
b wird zu w. Lieber: liewa, drüber: driewa.
w wird manchmal zu m. wir: mia.
st wird zun Zischlaut Stein: Schten, Förster: Fiaschda, der erste: d'n iaschd'n.
ig bereitet den Kordelern Kummer. Sie machen stets ein sch daraus und schreiben dann hochdeutsch lauter orthographische Fehler.
pf Pfund: Pund.